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Stone Island × New Balance: Mehr Materialexperiment als Sneaker-Kollaboration


Brauner Stone Island × New Balance 574 Ghost mit tonalem Suede-Upper, cremefarbener Zwischensohle und Stone-Island-Kompass auf der Zunge, vor dunklem Hintergrund inszeniert.


MAILAND TRIFFT BOSTON


Im März 2021 gaben Stone Island und New Balance ihre langfristig angelegte Partnerschaft bekannt. Kein einmaliger Capsule-Drop, sondern eine bewusst auf mehrere Jahre ausgelegte Zusammenarbeit.


Die Verbindung liegt vor allem in gemeinsamen Schwerpunkten: Research, Funktionalität und die intensive Auseinandersetzung mit Materialien. Stone Island kommt aus einem Umfeld, das stark von Workwear, technischen Textilien und Materialbehandlungen geprägt ist. New Balance bringt Performance-Running, Sportswear und ein umfangreiches Footwear-Archiv mit.


Das Ergebnis ist weniger eine Verschmelzung beider Ästhetiken als ein gezieltes Aufeinandertreffen ihrer jeweiligen Stärken. Technische Materialien und ungewöhnliche Oberflächen treffen auf vertraute New-Balance-Formen und Performance-Konstruktionen.



SIDENOTE Das erste gemeinsame Projekt entstand bereits lange vor der offiziellen

Partnerschaft. 2013 erschien eine SI-577 für den italienischen Markt.

Das limitierte Release lässt sich rückblickend als früher Vorläufer der

späteren Zusammenarbeit lesen.







Ghost: Eine Designidee wird zum Sneaker


Ghost ist bei Stone Island mehr als ein Colorway. Das Konzept basiert auf einer konsequent monochromen Gestaltung: möglichst wenig Kontrast, eine durchgängige Materialwirkung und zurückgenommenes Branding.


Auf den 574 übertragen wird daraus vor allem ein Materialexperiment. Suede zieht sich über weite Teile des Uppers und bestimmt auch Elemente, die bei einem klassischen 574 deutlicher voneinander getrennt wären.


Besonders auffällig ist die Behandlung der Zwischensohle. Auch sie wird in das Materialkonzept einbezogen und mit Suede ummantelt, während die Außensohle funktional aus Gummi bleibt.


Dadurch wirkt die bekannte 574-Silhouette homogener und fast wie aus einem einzigen Materialkörper aufgebaut.


Hinzu kommen eine Stitch-and-turn-Konstruktion mit reduzierten sichtbaren Überlappungen, ein eingeprägtes „Stone Island Product Research“-Marking an der Seite und ein tonaler Compass Patch auf der Zunge.


Gerade diese Zurückhaltung macht das Konzept interessant. Der Schuh versucht nicht, seine Kollaboration aus möglichst vielen Metern Entfernung zu erklären. Das Material erledigt den Großteil der Arbeit.


Die wichtigsten Releases der Partnerschaft


Fuel Cell RC ELite V2


Mit dem RC Elite v2 rückte die Zusammenarbeit zunächst deutlich in Richtung Performance.

Der Running-Schuh kombiniert FuelCell-Cushioning, eine durchgehende Carbon Plate und ein Hypoknit-Upper mit Stone-Island-Branding am Vorfuß. Veröffentlicht wurde das Modell in den Colorways Red/Grey und Green/Burgundy.


Die Wahl einer Performance-Silhouette war ein passender Ausgangspunkt. Statt einen bekannten Lifestyle-Sneaker lediglich neu einzufärben, arbeiteten beide Marken an einem Produkt, bei dem technische Konstruktion ohnehin im Mittelpunkt steht.



574 Ghost

Mit dem 574 Ghost verlagerte sich die Zusammenarbeit stärker in den klassischen Sneaker-Kontext.

Suede bestimmt die Oberfläche, während die Farbgebung bewusst tonal bleibt. Die erste Ghost-Umsetzung des 574 erschien in Dark Brown, Dark Grey und Navy Blue.


Entscheidend ist weniger die einzelne Farbe als das Prinzip dahinter. Upper, Branding und Zwischensohle werden visuell so stark zusammengeführt, dass die normalerweise deutlich gegliederte Konstruktion des 574 ruhiger und kompakter erscheint.

Damit wurde der 574 zu einer der prägnantesten Silhouetten innerhalb der bisherigen Partnerschaft.


Furon v8 Football Boot – FW25


Mit dem Furon v8 verließen Stone Island und New Balance den klassischen Sneaker-Kontext und übertrugen ihre Zusammenarbeit auf einen Fußballschuh.


Zum Einsatz kommen ein Hypoknit-Upper, technische Materialkontraste und eine verchromte Fersenpartie. Reflektierende Garne ergänzen die Konstruktion.


Begleitet wurde der Schuh von einem vollständigen Football Kit. Auch hier bleibt das Grundprinzip erhalten: Die Materialidee wird auf eine neue Plattform übertragen, statt lediglich bestehende Brand Codes auf ein anderes Produkt zu setzen.



Spring 2026: Der 574 Ghost wird weitergedacht


Am 11. März 2026 erschien eine weitere 574-Ghost-Kollektion in drei neuen Colorways: Dark Beige, Slate Blue und Dust Grey.


Die Farbpalette greift die Stone-Island-Ghost-Kollektion der Saison auf. Das zentrale Detail bleibt jedoch die Materialbehandlung.


Suede wird erneut über die Zwischensohle geführt und verstärkt dadurch den monolithischen Charakter des Schuhs. Die Stitch-and-turn-Konstruktion reduziert sichtbar überlappende Nähte, während das eingeprägte „Stone Island Product Research“-Marking und der tonale Compass Patch die Zurückhaltung des Ghost-Konzepts fortsetzen.


Auch das Packaging wird auf die jeweiligen Farbstellungen abgestimmt. Die monochrome Idee endet damit nicht am Schuhkartonrand.


Der Zugang zum Release wurde über Stone Islands Website und eine vorherige Account-Anmeldung geregelt.


Warum die Zusammenarbeit funktioniert


Stone Island × New Balance ist über die Jahre in sehr unterschiedlichen Produktkategorien aufgetaucht. Performance-Runner, Heritage-Sneaker und Fußballschuhe haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam.


Die Konstante liegt deshalb nicht in einer bestimmten Silhouette.


Stone Island bringt seine materialorientierte Designlogik ein, New Balance stellt unterschiedliche technische und historische Plattformen zur Verfügung.


Der 574 Ghost zeigt dieses Prinzip besonders klar. Die bekannte Form bleibt sichtbar, verändert ihren Charakter aber durch Material, Oberflächen und Konstruktion deutlich stärker, als es ein zusätzliches Logo könnte.


GTH TAKE


Stone Island × New Balance funktioniert vor allem dort, wo beide Marken ihre jeweiligen Kernkompetenzen einbringen.


Statt vertraute Silhouetten lediglich mit Co-Branding zu versehen, konzentriert sich die Partnerschaft auf Material, Konstruktion und technische Details.


Vom RC Elite v2 über den 574 Ghost bis zum Furon v8 verändert sich zwar der Produkttyp, nicht aber die grundlegende Methode.


Stone Island liefert die materialorientierte Designlogik, New Balance die passenden Performance- und Heritage-Plattformen.


Genau diese Kontinuität macht die Zusammenarbeit interessant: weniger kurzfristiger Hype-Zyklus, mehr fortlaufendes Produktprojekt.

Seit 2021 arbeiten Stone Island und New Balance offiziell langfristig zusammen. Was daraus entsteht, folgt selten dem üblichen Kollabo-Rezept. Statt Logos möglichst groß zu verteilen, verschieben die beiden Marken vertraute New-Balance-Plattformen über Material, Konstruktion und Funktion – vom Performance-Running bis zum 574 Ghost und weiter in Skateboarding und Fußball.

GTH SCORE

9,1 / 10

EINSCHÄTZUNG

STRONG COP

RETAIL

MARKTPREIS

9,1 / 10

9,1 / 10

Palace × Evisu: Ein Szene-Shortcut

  • 7. Juli
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Aug.

Palace kann Luxus. Palace kann Denim. Palace kann Punk.

 


Aber Palace macht daraus nie ein Bewerbungsgespräch. Genau deshalb funktionieren die Kollabos mit Evisu und Vivienne Westwood so gut. Sie wirken nicht wie klassische Fashion-Kooperationen. Kein „zwei Welten treffen aufeinander“-PR-Sprech. Kein künstlicher Kulturclash.


Eher: Palace öffnet die WG-Tür, Evisu bringt Selvedge Denim mit, Westwood kommt im Tartan rein und fragt, wer hier eigentlich das Establishment beleidigt.


Passt. Nicht weil Palace plötzlich erwachsen geworden ist. Sondern weil Palace schon immer wusste, dass Stil am besten funktioniert, wenn er ein bisschen ungezogen bleibt.



Palace × Evisu: Denim für Kenner


Evisu ist keine normale Jeansmarke. Evisu ist Denim-Fetisch, Osaka-Handwerk, Gull Wing auf der Gesäßtasche und 90s-Clubkultur in einem. Diese Marke hat nie um Aufmerksamkeit gebettelt. Sie hat sie sich einfach auf den Hintern gemalt.


Side Note: Das berühmte Evisu-Seagull-Logo war immer mehr als Branding. Es war ein Signal. Wer es trug, wollte nicht nur eine Jeans tragen. Er wollte zeigen, dass er Bescheid weiß. Über japanischen Denim. Über Streetwear, bevor Streetwear Kapitalanlage wurde. Über eine Zeit, in der Clubnächte, Baggy Fits und überteuerte Jeans noch nicht nach Algorithmus aussahen.


Palace hat das verstanden. Deshalb wirkt Palace × Evisu nicht wie ein Lizenzdeal. Es wirkt wie ein Wiedersehen. London trifft Osaka. Skatepark trifft Denim-Archiv. Tri-Ferg trifft Gull Wing. Zwei Logos, die beide eigentlich viel zu auffällig sind – und genau deshalb zusammen funktionieren.



Side Note: Das Evisu-Gull-Wing-Logo ist eines dieser Zeichen, die man aus zehn Metern erkennt. Genau wie das Tri-Ferg. Zwei Symbole, ein gemeinsames Problem: Sie sind zu stark, um dezent zu sein.



Die Kollektion im Detail


Die Kollektion spielt mit genau diesem Übermut. Denim-Jackets, Jeans, Bucket Hats, Jerseys, Workwear-Vibes. Alles wirkt ein bisschen wie ein verlorenes Foto aus einer Londoner Clubnacht kurz nach 3 Uhr morgens. Nicht clean. Nicht still. Nicht minimalistisch. Sondern laut auf diese sehr bestimmte Art, die nur funktioniert, wenn man den Code kennt.


Palace macht daraus keinen nostalgischen Moodboard-Quatsch. Keine „Back to the 90s“-Kampagne für Leute, die 1998 noch nicht geboren waren. Eher ein trockenes Nicken in Richtung Vergangenheit. Ja, wir wissen, woher das kommt. Nein, wir müssen es nicht erklären.


Der Unterschied zu anderen Drops


Palace × Evisu ist kein Retro-Drop. Es ist ein Szene-Shortcut.


Die Kombination aus Streetwear und Denim ist nicht nur ein Trend. Sie ist eine kulturelle Erklärung. Diese Kollektion spricht die Sprache der Szene. Sie erzählt Geschichten von Nächten, in denen die Grenzen zwischen Mode und Identität verschwommen sind.


Die Designs sind nicht nur Kleidung. Sie sind Statements. Sie zeigen, dass der Träger Teil einer Gemeinschaft ist, die sich mit Stil und Subkultur identifiziert.


Fazit: Ein Must-Have für Streetwear-Liebhaber


Für alle, die sich für Streetwear, Sneaker und Hype Brands interessieren, ist diese Kollaboration ein absolutes Must-Have. Palace und Evisu haben es geschafft, eine Kollektion zu kreieren, die sowohl nostalgisch als auch zeitgemäß ist.


Die Stücke sind nicht nur modisch, sondern auch kulturell relevant. Sie bieten einen Einblick in die Welt der Streetwear, die oft übersehen wird. Wer sich für diese Kultur interessiert, sollte sich die Palace × Evisu Kollektion nicht entgehen lassen.


In einer Zeit, in der Mode oft flüchtig ist, bleibt diese Kollaboration bestehen. Sie ist ein Beweis dafür, dass Streetwear mehr ist als nur Kleidung. Es ist eine Lebenseinstellung.

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